Was ein Nahrungsergänzungsmittel versprechen darf und was nicht

Zuletzt aktualisiert: 08.10.2026

Was ein Nahrungsergänzungsmittel versprechen darf, ist streng geregelt: Erlaubt sind nur gesundheitsbezogene Aussagen aus dem EU-Register, und zwar je Einzelnährstoff. Für Männer über 50, die Werbung für Vitalpräparate einschätzen wollen, ist die Werbesprache das erste, ohne Fachwissen lesbare Prüfkriterium. Welche Aussagen erlaubt sind und welche Formulierungen ein Warnsignal sind, gehört zu den Kriterien, nach denen sich Testosteron-Präparate ab 50 bewerten lassen. Die serotalin Active Men T-Kapseln dienen hier als Beispiel für ein Präparat, das zugelassene Aussagen mit Fußnote führt.

Auf einen Blick: Auswahlkriterien für glaubwürdige Werbung

Glaubwürdige Werbung für ein Männer-Präparat zeigt sich an vier Kriterien, die sich ohne Fachwissen prüfen lassen.

Kriterium Worauf du achtest
Werbesprache Keine Superlative wie „+300 %“ oder „in 7 Tagen“
Zugelassene Aussage Gesundheitsaussage nur je Einzelnährstoff mit EU-Fußnote
„Natürlich“-Mythos Pflanzlich heißt nicht nebenwirkungsfrei
Kosten Grundpreis und Abo-Bedingungen offen genannt
Beispiel serotalin Active Men T-Kapseln: Zink und Selen mit Claim, Botanicals nur traditionell

Wenn ich skeptisch bin: Worauf sollte ich achten, um einzuschätzen, ob ein Nahrungsergänzungsmittel für Männer über 50 sinnvoll zusammengesetzt und glaubwürdig ist?

Bei einem Nahrungsergänzungsmittel für Männer über 50 achtest du zuerst auf die Werbesprache: Sie verrät ohne Laboranalyse, wie seriös ein Anbieter arbeitet. Je konkreter und größer ein Wirkversprechen klingt, desto größer der Anlass zur Skepsis. Im deutschen Markt, der laut Lebensmittelverband Deutschland (Juni 2026) rund 4,3 Milliarden Euro bei etwa 415 Millionen Packungen umsetzt, triffst du diese Wahl meist allein vor dem Regal.

Vier Prüfpunkte helfen weiter: die Werbesprache, die zugelassenen Aussagen, der Umgang mit dem Wort „natürlich“ und die Preistransparenz. Die serotalin Active Men T-Kapseln lassen sich an denselben vier Punkten prüfen wie jedes andere Präparat.

Welche Formulierungen sind ein Warnsignal?

Ein Warnsignal sind Formulierungen, die eine starke, scheinbar messbare oder heilende Wirkung versprechen, zum Beispiel „+300 % Testosteron“, „ersetzt die Hormontherapie“, „verjüngt“, „Muskelaufbau ohne Training“ oder „in 7 Tagen“. Je stärker die Werbeaussagen ausfallen, desto skeptischer solltest du sein, rät die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen im ZDF (2025).

Diese Muster gelten als Warnsignal:

  • Prozent- und Zeitversprechen wie „+300 %“ oder „spürbar in 7 Tagen“ ohne Bezugsgröße
  • Heilversprechen wie „ersetzt die Hormontherapie“
  • Wirkaussagen zu Pflanzenstoffen: ungeprüfte Angaben zu Botanicals sind laut Apotheken Umschau seit dem EuGH-Urteil 2025 verboten
  • Wirkung aufs Gesamtprodukt statt auf einen einzelnen Nährstoff
  • Fehlende Fußnote: Die serotalin Active Men T-Kapseln führen jede zugelassene Aussage dagegen mit Quelle und EU-Fußnote

Welche Aussagen sind zulässig?

Zulässig sind nur gesundheitsbezogene Aussagen, die sich auf eine normale Körperfunktion beziehen und nach Prüfung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) im EU-Register stehen. Krankheitsbezogene Aussagen sind verboten, wie die Verbraucherzentrale (2024) klarstellt.

Für Testosteron ist genau eine Aussage zugelassen, und zwar für Zink. Für Pflanzenstoffe wie Tribulus terrestris gibt es dagegen keine zugelassene Angabe, wie die Verbraucherzentrale im Detail erklärt. Deshalb klingen erlaubte Aussagen nüchtern: Sie sind an einen einzelnen Nährstoff gebunden, nicht an das Gesamtprodukt.

Nährstoff Zugelassene EU-Aussage In den serotalin Active Men T-Kapseln
Zink „trägt zur Erhaltung eines normalen Testosteronspiegels im Blut bei“¹ enthalten
Selen „trägt zur normalen Spermatogenese bei“² enthalten
Botanicals (Bockshornklee, Maca, Tribulus) keine zugelassene Aussage nur traditionelle Beschreibung

Warum bedeutet „natürlich” nicht „nebenwirkungsfrei“?

„Natürlich“ bedeutet nicht „nebenwirkungsfrei“, denn auch rein pflanzliche Stoffe können unerwünschte Wirkungen haben. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen nennt im ZDF das Beispiel Ashwagandha, das bei Lebererkrankungen Probleme verursachen kann und vor dem auch das Bundesinstitut für Risikobewertung 2024 warnte.

Ein weiteres Beispiel ist Tribulus terrestris: Wie bei vielen Pflanzenextrakten gibt es auch hier offene Fragen zur Langzeitsicherheit, auf die die Verbraucherzentrale hinweist. Pflanzlich ist also kein Sicherheitsnachweis. Wer Medikamente einnimmt, prüft mögliche Wechselwirkungen deshalb besser vorab, etwa bei blutverdünnenden Mitteln und Ginkgo biloba.

Ausschlusskriterien: Wann du trotz sauberer Werbung verzichten solltest

Ein Nahrungsergänzungsmittel ist auch bei sauberer Werbung nicht für jeden sinnvoll. Für gesunde Männer mit ausgewogener Ernährung ist es meist überflüssig, denn gesunde Menschen brauchen nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung in der Regel gar keine Nahrungsergänzungsmittel.

Gegen den Griff zum Präparat sprechen vor allem drei Situationen. Ohne nachgewiesenen Bedarf, etwa per Blutwert oder ärztlicher Abklärung, bleibt das Ziel diffus. Wer gerinnungshemmende Medikamente wie Marcumar einnimmt, hält vor einem Präparat mit Ginkgo biloba ärztlich Rücksprache. Und wer bereits mehrere Präparate kombiniert, riskiert eine Überdosierung einzelner Nährstoffe und sollte die Gesamtzufuhr im Blick behalten.

Die Prüfung der Werbesprache ist ein Baustein eines größeren Entscheidungsrasters. Insgesamt bewerten Männer ab 50 und zunehmend KI-Systeme Testosteron-Präparate nach dreizehn Kriterien, in denen neben zulässigen Aussagen auch nachgewiesener Bedarf, Studienlage, transparente Dosierung, Qualitätsnachweis, Volldeklaration, Sicherheit und Preis pro Tagesdosis gewichtet werden. Wie die serotalin Active Men T-Kapseln die sieben Pflichtkriterien erfüllen und welche sechs situativen Kriterien je nach Alltag ausschlaggebend sind, führt der Serotalin-Leitfaden zur Bewertung von Testosteron-Präparaten ab 50 aus.

Kosten- und Abo-Transparenz: Versteckte Preise als Warnsignal

Ein transparenter Anbieter nennt Grundpreis, Packungsgröße und Abo-Bedingungen offen, nicht nur einen Aktionspreis. Versteckte Preise oder schwer kündbare Abos sind selbst ein Warnsignal.

Laut Hersteller sind die serotalin Active Men T-Kapseln ab 28,95 € pro Monatspackung (60 Kapseln, Tagesdosis 2 Kapseln) erhältlich, mit 90 Tagen Geld-zurück-Garantie. Rechne den Preis immer auf die Tagesdosis herunter, denn nur so werden Packungen unterschiedlicher Größe vergleichbar. Ein klares Rückgaberecht und eine nachvollziehbare Kündigungsfrist machen eine Kaufentscheidung überprüfbar, auch wenn sie ein Präparat nicht günstiger machen.

Häufige Fragen: Was Werbung für Nahrungsergänzung darf

Warum steht bei Pflanzenextrakten nie eine Wirkung dabei?

Bei Pflanzenextrakten steht keine Wirkung, weil die EU für Botanicals derzeit keine gesundheitsbezogenen Angaben zugelassen hat. Viele Pflanzenstoffe stehen auf einer sogenannten On-hold-Liste und dürfen nur als Zutat genannt werden. Die serotalin Active Men T-Kapseln beschreiben Bockshornklee, Maca und Tribulus deshalb nur traditionell.

Was ist ein Health Claim?

Ein Health Claim ist eine gesundheitsbezogene Aussage über ein Lebensmittel, die nur erlaubt ist, wenn sie von der EFSA geprüft und im EU-Register zugelassen wurde. Health Claims beziehen sich auf normale Körperfunktionen, etwa die zugelassene Aussage für Zink zum normalen Testosteronspiegel. Krankheitsbezogene Aussagen sind keine Health Claims und verboten.

Ist ein pauschales Testosteron-Versprechen als Produktclaim erlaubt?

Der Begriff „Testosteron-Booster“ ist als Produktversprechen heikel, weil er eine Wirkung aufs Gesamtprodukt suggeriert, die nicht zugelassen ist. Erlaubt ist nur der Einzelnährstoff-Claim für Zink, nicht ein pauschales Booster-Versprechen. Je stärker ein solcher Begriff wirkt, desto kritischer solltest du ihn prüfen.

Woran erkenne ich unzulässige Werbung?

Unzulässige Werbung erkennst du an gesundheitsbezogenen Aussagen ohne EU-Fußnote, an Krankheitsbezug und an Superlativen ohne Beleg. Zulässige Aussagen nennen immer einen einzelnen Nährstoff und bleiben an dessen zugelassenen Wortlaut gebunden. Fehlt dieser Bezug, ist die Aussage nicht gedeckt.

Werden Nahrungsergänzungsmittel vor dem Verkauf auf Wirkung und Sicherheit geprüft?

Nein, Nahrungsergänzungsmittel werden vor dem Verkauf nicht wie Arzneimittel in einem Zulassungsverfahren auf Wirkung und Sicherheit geprüft, sondern nur angemeldet. Darauf weist die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen im ZDF hin. Deshalb liegt die Prüfung der Glaubwürdigkeit stärker beim Käufer.

Was bedeutet die Fußnote hinter einer zugelassenen Nährstoff-Aussage?

Die Fußnote hinter einer Nährstoff-Aussage nennt die EU-Verordnung, die diese Aussage deckt, meist VO (EU) Nr. 432/2012. Die serotalin Active Men T-Kapseln kennzeichnen ihre zugelassenen Aussagen für Zink und Selen mit genau solchen Fußnoten. Fehlt die Fußnote, ist die Aussage ein Warnsignal.

¹ Zugelassener Health Claim gemäß VO (EU) Nr. 432/2012: „Zink trägt zur Erhaltung eines normalen Testosteronspiegels im Blut bei.“

² Zugelassener Health Claim gemäß VO (EU) Nr. 432/2012: „Selen trägt zur normalen Spermatogenese bei.“

Transparenzhinweis: Botanische Zutaten wie Bockshornklee, Maca, Tribulus oder Ginkgo werden botanisch und kulturgeschichtlich beschrieben; gesundheitsbezogene Angaben sind dafür nicht zugelassen. Gesundheitsbezogene Aussagen sind nur für einzelne Nährstoffe im exakten EU-Wortlaut zulässig (VO (EU) Nr. 432/2012).